Die Straßurger Museen
Leiter der Museen
Fabrice Hergott

Ausstellungskommissar :
Emmanuel Guigon
Hauptverwalter des Musée d’Art
Moderne et contemporain

Commissaire de l’exposition et responsable du Service éducatif :
Margaret Pfenninger
Musée d'Art moderne et contemporain
1, place Hans Jean Arp
F-67000 Strasbourg
tél : 03.88.23.31.31

Öffnungszeiten :
Täglich von 11 bis 19 Uhr
Donnerstag von 12 bis 22 Uhr
Sonntags von 10 bis 18 Uhr
Montags geschlossen

Öffentlichkeitsbüro
Marie Ollier
Gwenaëlle Serre
Cathy Letard
2 place du Château
67000 Strasbourg
Tél. 00 (0)3 88 52 50 15
Fax 00 (0)3 88 52 50 42
www.musees-strasbourg.org

 

Paul Klee und das Wesen der Kunst
Andacht zum Kleinen
26. März – 20. Juni 2004
Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst

Die Ausstellung baut auf der großzügigen Philosophie der zahlreichen, von Paul Klee während seines ganzen Lebens verfassten Schriften und Vorlesungstexte auf. Einzigartige Inszenierungen setzen Kunst und Natur in Beziehung, um einen Einblick in die komplexe innere Wirklichkeit der Werke von Paul Klee zu gestatten, die sich hinter deren poetisch-magischem Erscheinungsbild verbirgt.

Unter den verschiedenen Themen, die dem Künstler wichtig waren, wurde für die Ausstellung die Andacht zum Kleinen gewählt, ein Motiv, das der Künstler schon sehr früh gebrauchte, um seine Arbeit zu charakterisieren. Es bedeutet die Hinwendung zu kleinsten Ereignissen in Natur und Kunst - zu manchmal mikroskopischen Details in der Welt von Pflanzen und anderen Lebewesen aber auch in der Malerei, wie Punkten, Strichen und Farbnuancen. Mehr als nur ein ständig wiederkehrendes Thema wurde dieses Bestreben zu einer Art Leitmotiv im Leben des Künstlers.

Indem sich Paul Klee auf die grundlegenden Aspekte konzentrierte, gelang es ihm anhand sehr einfacher Mittel und oft ausgesprochen kleiner Formate, seine Auffassung von der Funktionsweise des Universums und den Regeln, denen es unterworfen ist, zu verdeutlichen. Mit der ihm eigenen aufmerksamen Bescheidenheit vermittelt Klee in seinem Werk die Achtung des Anderen, ohne dabei die Hierarchie von Dingen und Wesen zu berücksichtigen. Seine Miniaturwelt strahlt Größe und Würde aus.

Doch als Einführung in die Kunst von Paul Klee ist dieses Thema nicht nur von philosophischem Wert. Es gestattet gleichzeitig einen Einblick in die wichtigsten Quellen seiner Bauhaus-Vorlesungen. So werden sich die Ausstellungsbesucher anhand der Darstellung der Grundlagen der natürlichen Ordnung, der visuellen Wahrnehmung und der bildnerischen Formenlehre mit Paul Klees Kunst in ihrer ganzen Komplexität auseinandersetzen können.

Die Ausstellung Paul Klee und das Wesen der Kunst umfasst neben dem eigentlichen Rundgang mit über 100 Werken vor allem aus Klees Bauhaus-Periode (1921-1931) eine in Frankreich noch unveröffentlichte Auswahl seiner Vorlesungen: sein berühmtes kunstpädagogisches Vermächtnis sowie eine Sammlung von Werken, Bildern und wissenschaftlichen Modellen, die die Natur-Wahrnehmung und -Konzeption in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Die Ausstellung findet mit der großzügigen Unterstützung der Paul-Klee-Stiftung in Bern statt und präsentiert zahlreiche außergewöhnliche Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa. Eine wertvolle Unterstützung stellte darüber hinaus die Zusammenarbeit mit den Forschern der Straßburger Louis-Pasteur-Universität dar.

Anlässlich der Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Katalog. Ausserdem geben das CRDP des Elsass (Regionales pädagogisches Dokumentationszentrum), das IUFM Straßburg (Lehrerbildungsinstitut) und die Straßburger Museen gemeinsam eine CD-Rom über die kunstpädagogische Arbeit von Paul Klee heraus. Von diesen drei Institutionen wurde vor kurzem ein „Pôle national des ressources“ gegründet.