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Die
Straßurger Museen
Leiter der Museen
Fabrice Hergott
Hauptverwalter des Musée dArt
moderne et contemporain
Emmanuel Guigon
Ausstellungskommissare
Emmanuel
Guigon,
Chefkonservator des Musée dArt moderne et contemporain
Arnaud Pierre, Kunsthistoriker,
Professor an der Universität Grenoble
Musée
d'Art moderne et contemporain
1, place Hans Jean Arp
F-67000 Strasbourg
tél : 03.88.23.31.31
Öffnungszeiten
Täglich von 11 bis
19 Uhr
Donnerstag von 12
bis 22 Uhr
Sonntags von 10 bis
18 Uhr
Montags geschlossen
Geschlossene
Feiertage
Karfreitag 25. März
1. Mai
Öffentlichkeitsbüro
Marie Ollier
Gwenaëlle Serre
Cathy Letard
2, place du Château
67000 Straßbourg
Tél. +33 (0)3 88 52 50 15
Fax +33 (0)3 88 52 50 42
www.musees-strasbourg.org
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Pressemitteilung
LIL MOTEUR (MOTOR
AUGE)
Optische und kinetische Kunst, 1950-1975
Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst
13. Mai 2004 | 25. September 2005
Vom
13. Mai bis 25. September 2005 widmet das Straßburger Museum für
Moderne und Zeitgenössische Kunst der optischen und kinetischen Kunst
eine große Ausstellung, die zu einem besseren Verständnis von
Geschichte und theoretischen Grundlagen dieser in den 50er-Jahren entstandenen
Kunstrichtung beitragen will. Zu den wichtigsten Vertretern dieses Stils
zählen Victor Vasarely, Jesús-Rafael Soto, Nicolas Schöffer
und Yaacov Agam. Die lange mit Gleichgültigkeit rezipierten Werke
und Künstler dieser Strömung haben heute einen hohen Stellenwert.
Eine große Ausstellung wurde ihnen jedoch bisher noch nicht gewidmet.
Wie bereits mit der Ausstellung Hyperrealism USA 1965-1975
verfolgen die Straßburger Museen auch mit dieser Ausstellung das
Anliegen, Künstler zu ehren, die durch die Erschließung von
neuen Wegen der Wahrnehmung zur Entwicklung einer eigenen Formensprache
gelangten.
Die Ausstellung baut auf vier Schwerpunkten auf: Auge/Motor, Auge/Körper,
Auge/Computer, Auge/Klang.Auge/Motor :
Im Mittelpunkt dieses Abschnitts stehen Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Dynamogenik
und Kinetik des Blicks sowie Flimmern und rhythmische Atmung der Bildoberfläche.
In den verschiedenen Sälen werden diese Fragen anhand von drei Themen
aufgegriffen: Dynamik der Retina (Schwarz-Weiß-Saal: Victor Vasarely,
Jesús-Rafael Soto, Bridget Riley, Marina Apollonio, Jean-Pierre
Yvaral u.a.), optische Beschleunigungen (Position von Gittern, Rastern,
linearen Netzstrukturen, Moiré-Effekte: Giovanni Anceschi, Antonio
Asis, Alberto Biasi, Carlos Cruz-Diez, Peter Kubelka, Bridget Riley, Dieter
Roth, Jesús Rafael Soto, Victor Vasarely, Ludwig Wilding u.a.)
und visuelle Hypnosen (ein Saal mit Flimmer- und Stroboskop-Effekten:
Tony Conrad, Karl Gerstner, Julio Le Parc, Pierre Rovere, Paul Sharits,
Gregorio Vardanega u.a.).Auge/Körper :
Im zweiten Teil der Ausstellung werden hauptsächlich Fragen von Manipulation
und Zwängen sowie die Teilhabe des Betrachters mittels der Öffnung
des Werkes für die taktil-kinetische Wahrnehmung behandelt. Drei
Themen stehen hier im Mittelpunkt: veränderbare Reliefs (Yaacov Agam,
Carmelo Arden Quin, Pol Bury, Lygia Clark, Gianni Colombo, Carlos Cruz-Diez,
Julio Le Parc, Victor Lucena, Joël Stein u.a.), das Ablenken des
Blicks aufgrund der Vervielfachung der Perspektiven durch Standortwechsel
und/oder Spiegelsysteme (Getulio Alviani, Pol Bury, Raymond Hains, Julio
Le Parc, Christian Megert, Nicolas Schöffer u.a.), physische Instabilität
und Schaffung von Zwängen, die das Verhalten beeinflussen (G.R.A.V.,
Julio Le Parc, Gianni Colombo u.a.).Auge/Computer :
In diesem Abschnitt geht es vorrangig um Kybernetikmodell und Informationstheorien,
um künstliche Intelligenz und um das mechanische Sensorium. Zwei
Themen werden behandelt: Programmierung (Pixelierung und Digitalisierung:
Julio Le Parc, Vera Molnar, François Morellet, Victor Vasarely,
Jesús-Rafael Soto u.a.) und homöostatische Systeme (kybernetische
Konstruktionen: Davide Boriani, Gabriele De Vecchi, Frank J. Malina, Nicolas
Schöffer, Tsai Wen-Ying u.a.).
Auge/Klang :
Der vierte Teil beschäftigt sich mit der Frage der Erweiterung/Fusion
von Blick und anderen Sinnen bei der Betachtung eines Werkes im Sinne
der totalen Kunst. Im Mittelpunkt stehen lumino-kinetische und synästhetische
Effekte (musikalische Metaphern in Malerei und Fotografie: Yaacov Agam,
Karl Gerstner, Raymond Hains, Frank J. Malina, Nicolas Schöffer,
Etienne-Bertrand Weill u.a.), Klangräume und gegenstände
sowie sensorische Botschaften (Eintauchen in das Farb- und Klangbad: Bernard
und François Baschet, Hermann Goepfert, Pierre Schaeffer, Jesús-Rafael
Soto, Gregorio Vardanega u.a.).
Zwei weitere Sektionen ergänzen die Ausstellung: ein historischer
Saal (Ursprünge der optisch-kinetischen Kunst: Josef Albers, Marcel
Duchamp, Alexander Calder u.a.) und ein zeitgenössischer Saal (John
Tremblay, Hugues Reip, Philippe Decrauzat, Xavier Veilhan u.a.).
Der Aufbau der Ausstellung folgt weder einer chronologischen noch einer
monographischen Gliederung, auch liegen ihm keine Unterscheidungen wie
etwa zwischen virtueller Bewegung und echter Bewegung
zugrunde. Eine gewisse Homogenität wird zwischen Werkgruppen bewahrt,
deren inneren Zusammenhang Netzhaut-Stimulation, sensorische Umfelder
und lumino-kinetische Aspekte bilden.
Aus Anlass der Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit Abhandlungen
von Anna Dezeuze, Marcella Lista, Michel Gauthier, Emmanuel Guigon, Arnauld
Pierre und Pascal Rousseau, in denen die vier thematischen Schwerpunkte
einer eingehenden Analyse unterzogen werden.
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