Museum
für Moderne und Zeitgenössische
Kunst
4. April – 15. November 2009
Wenn Kinder mit Farbtöpfen, Buntstiften und Filzmalern hantieren,
sagen sie: „Gib mir Rot“ oder „Ich habe kein Gelb mehr“.
Denn ihr Ausdrucksmittel sind weniger Pinsel und Stifte, sondern vielmehr
Farben.
Doch ist es bei Künstlern nicht genau so?
1958 stellte Yves Klein die kontroverse Frage, ob Zeichnung und Linien
der Farbe überlegen sind. Für den Erfinder des berühmten
YKB-Blau kann Zeichnung lediglich anbieten, während Farbe „ist“.
Wissenschaftlich ausgedrückt ist eine Farbe in ihrer reinen Form
Licht. In der künstlerischen Praxis ist Farbe ein Werkstoff. Ob
als Pigment oder Pixel, sie ist der Stoff, der den Künstlern als
Grundlage für ihre schöpferische Arbeit dient.
Von der antiken Scherbe bis hin zum zeitgenössischen Kunstvideo
untersucht die Ausstellung anhand einer Auswahl von Werken und Gegenständen
aus den Sammlungen der Straßburger Museen die materiellen Aspekte
von Farbe. Was sind Farbpigmente? Woher haben Farben ihre Namen? Wie
sahen alte Kunstwerke ursprünglich aus? Warum bevorzugt ein Künstler
bestimmte Farben? Anhand all dieser Fragen sollen dem Geist die Augen
für eine ebenso sinnliche wie kenntnisreiche Auseinandersetzung
mit dem Thema Farbe in der Kunst geöffnet werden.
Die Pädagogische Abteilung der Straßburger Museen organisiert
diese Schau parallel zur Ausstellung „Chomamix 1“ im Zoologischen
Museum. Anhand neuer interaktiver Tools und zahlreicher Experimentiermöglichkeiten
will sie Groß und Klein, Kennern und Amateuren die Thematik der
Farbe am Beispiel von Werken aus allen Straßburger Museen auf interessante
und vielfältige Art vermitteln.