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Richard Deacon

Biografie

Richard Deacon

1949 

Richard Deacon wird im walisischen Bangor geboren. Den Versetzungen des als Air-Force-Piloten tätigen Vaters folgend, zieht die Familie etwa alle zwei Jahre um. Von 1955 bis 1958 lebt sie in Sri Lanka. Deacon erinnert sich an den Eindruck, den die in den Berg gehauenen Polonnaruwa-Buddhas aus dem 3. Jahrhundert bei ihm hinterlassen hatten. Als Kind begeistert er sich für eisenzeitliche Festungen und für die Dartmoor-Felsen in der Nähe von Plymouth.

1968 

Deacon wird am Somerset College of Art in Taunton aufgenommen und besucht dort u. a. den Unterricht von Ian Breakwell und Rose Finn Kelcey sowie die Kurse des Konzeptkünstlers John Hilliard.

1969-1972

Er studiert drei Jahre an der berühmten Saint Martin’s School of Art. In dieser Zeit entwickelt er ein starkes Interesse an der Performance. Bei der experimentellen Arbeit Stuff Box Object (1971-1972) schließt sich der Künstler in einer Kiste ein und verschraubt den Deckel von innen. Dieses Gefangensein vermittelt Deacon die Erfahrung beengten Raums. Später verkleidet er das Äußere der Kiste mit Gips und Zement, die er dann mit Hammer und Meißel entfernt. Damit vollzieht er den Schritt von der Performance zur Bildhauerei und sucht die direkte Auseinandersetzung mit dem Werkstoff. Am Ende seines Studiums an Saint Martin’s gründet er mit einigen Kommilitonen die Vereinigung Manydeed, deren Mitglieder auch nach dem Studium weiter zusammenarbeiten wollen. Dazu mieten sie als geräumiges Gemeinschaftsatelier.

1974-1977

Deacon studiert am renommierten Royal College of Art (RCA), wo 1976 auch seine erste Ausstellung stattfindet. Deacon sagt über sich, trotz seines Studiums an Saint Martin’s wisse er zu diesem Zeitpunkt seiner Laufbahn noch immer nicht, was er machen wolle. In seinen Bewerbungsunterlagen für das RCA nennt er allerdings als eines seiner Ziele die „Sichtbarmachung eines Prozesses der Auseinandersetzung mit den Werkstoffen“. In dieser Zeit begegnet er auch der Keramikerin Jacqueline Poncelet, die er 1977 heiratet. Sie haben zwei Kinder (Alexis, geb. 1978; Alice, geb. 1982).

1975

Erste Ausstellung am RCA.

1977

Deacon verfasst einen Essay über Poussins Gemälde Paysage avec un Homme tué par un serpent ou Les Effets de la Terreur. Er lässt sich in Brixton nieder und richtet dort sein Atelier ein, das er über lange Jahre behält. Er beginnt, an der Central School of Art zu unterrichten.

1978

Ausstellung im Galerie-Atelier Brixton.

1979

Im Zusammenhang mit einem an Deacons Frau verliehenes Aufenthaltsstipendium lässt sich die gesamte Familie für ein Jahr in den Vereinigten Staaten nieder. Nach 6 Monaten in New York durchqueren sie die USA bis zur Westküste. Inspiriert durch Rilkes Sonette an Orpheus, fertigt Deacon eine Serie großformatiger Zeichnungen an (It’s Orpheus when they’re singing).

1982

Beginnt die Skulpturenserie Art for Other People.

Ab 1983

Zahlreiche Auftragswerke für den öffentlichen Raum machen den Künstler international berühmt:

1983

For Those Who Have Ears. (Das im Auftrag des Welsh Sculpture Trust ausgeführte Werk wurde später in den Bestand der Londoner Tate Gallery aufgenommen.)

1984

Like A Bird (Auftrag der Meyseyside Development Corporation für das International Garden Festival Liverpool)

1985

Blind, Deaf And Dumb (Das Auftragswerk für eine Ausstellung in der Londoner Serpentine Gallery wurde in die Sammlung des Rijksmuseum Kröller-Müller Otterlo aufgenommen.)

1989

Host (Auftrag des Equitable Plaza, Chicago)

1990

Once Upon A Time (für den Metropolitan District Council, Gateshead), Between The Eyes (für das Yonge Square International Plaza Toronto), Moor (im Rahmen des „Four cities: New York for different places“ in Plymouth)

1991

Let’s Not Be Stupid (für die Warwick-Universität, Conventry), Nobody Here But Us (für ASB Bank Centre, Auckland)

1992

Between Fact And Fiction (für den Skulpturengarten des Musée d’Art Moderne Villeneuve d’Ascq), This Is Not A Story (Waiblingen, Deutschland), Building from the inside (Krefeld, Deutschland)

1993

Zeitweise, Now and Then (für den Mexikoplatz in Wien)

1996

One Is Asleep, One Is Awake (Tokio, International Forum)

1999

No Stone Unturned (Liestal, Schweiz)

1987

Deacon erhält den Turner Prize. Mit diesem renommierten Preis ehrt die Tate Britain jedes Jahr im Dezember einen zeitgenössischen britischen Künstler.

1995

Deacon erhält den Robert Jakobsen Prize des Museum Würth in Künzelsau, Deutschland.

1997

Ernennung zum Chevalier des Arts et Des Lettres

1998

Wird in die Royal Academy gewählt

2005

Doctor of Letters der Universität Leicester

2007

Deacon vertritt Wales bei der Biennale von Venedig.

Homepage des Künstlers: http://www.richarddeacon.net
Galerie Thaddaeus Ropac : http://www.ropac.net/artists/richard-deacon/