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Soulages, das grafische Werk

Lithographie n°15
Lithographie n°15, 1964
4 planches
65,5 x 50 cm - 65,5 x 50 cm
Collection particulière
Photo: F. Walch
© ADAGP, Paris 2009


Pierre Soulages (geb. 1919) ist vor allem für das Schwarz seiner Malerei bekannt. Daneben hat der Künstler aber auch ein herausragendes druckgrafisches Werk geschaffen, in dem neben Lithografie und Siebdruck vor allem der Radierung besondere Bedeutung zukommt. Die Schau im Straßburger Museum für moderne und zeitgenössische Kunst zeigt vom 31. Oktober 2009 bis zum 3. Januar 2010 rund 120 Druckgrafiken von 1950 bis heute. Die in verschiedenen Techniken ausgeführten Arbeiten geben einen umfassenden Einblick in diesen Schaffensbereich des Künstlers, der die traditionellen Druckverfahren für seine schöpferische Suche völlig neu interpretierte. Insbesondere gilt dies für seine Radierungen. Darüber hinaus sind in der Ausstellung auch die einzigen drei Bronzeplastiken von Soulages zu sehen.

Die Ausstellung im MAMCS reicht von den ersten Radierungen aus der Zeit im Atelier Lacourière (wo auch Picasso, Miró, Braque, Chagall u. a. arbeiteten) bis hin zu jüngst entstandenen Siebdrucken. Die sehr umfassende Werkschau veranschaulicht wie Soulages’ hoher künstlerischer Anspruch letztlich in die Aufhebung der Hierarchien zwischen den Kunstgattungen mündet: So hat sein druckgrafisches Werk für ihn den gleichen Stellenwert wie seine Malerei. Seine stark strukturierten grafischen Kompositionen spielen mit Transparenzen und Überlagerungen, um zum Wesentlichen vorzudringen, das Soulages als das „Fleisch des Papiers“ bezeichnet.

Mit den einzigen drei Bronzeplastiken von Pierre Soulages präsentiert die Ausstellung darüber hinaus einen weniger bekannten, jedoch ebenso interessanten Aspekt seines Schaffens. Es handelt sich um Vergrößerungen der Kupferplatten, derer sich Soulages für seine Radierungen bedient. Diese selten gezeigten massiven Stelen sind von großer plastischer Ausdruckskraft und verdeutlichen die Kohärenz von Soulaqes’ Werk: Denn wenn der Künstler mit Schwarz arbeitet, dann vor allem, weil er Licht finden will – ob das in den pastosen Farbschichten seiner „Outrenoir“-Bilder eingefangene und reflektierte Licht, den glänzenden Widerschein in seinen Bronzestelen oder das Leuchten des in seinen Grafiken ausgesparten weißen Papiers.

Die Straßburger Ausstellung findet zeitgleich mit der großen Soulages-Retrospektive im Pariser Musée National d’Art Moderne (ab 14. Oktober 2009) statt.

Die in der Ausstellung gezeigten Werke stammen aus der Sammlung des Künstlers und sind Teil seiner Schenkung an das künftige Museum Soulages-Grand Rodez.

Aus Anlass der Ausstellung erscheint bei Éditions du Cercle d’Art ein Band mit 150 Werkreproduktionen sowie Aufsätzen von Gilbert Dupuis, Estelle Pietrzyk und Michel Ragon.

Direktorin der Museen der Stadt Straßburg : Joëlle Pijaudier-Cabot
Kuratoren: Estelle Pietrzyk, Leiterin des MAMCS; Marie-Jeanne Geyer, Leiterin der Grafischen Sammlung des MAMCS
Ausstellungsdesign: [MAW], Philippe Maffre und Marion Rivolier

 

Webseiten von Pierre Soulages : http://www.pierre-soulages.com/